Türkiye Gazetesi, 10.5.2004
Südwest-Presse 10.5.2004

Muhsin Omurca demonstrierte wieder einmal seinen Einfallsreichtum

Für Muhsin Omurca sind seine Landsleute Weltmeister im Heiraten. In seinem neuen Programm fragt sich der Türke, ob das auch ein Kriterium für einen EU-Beitritt ist. Aber strenge politische Schlussfolgerungen zieht er nicht, er liebt den augenzwinkernden Auftritt.
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"Wir Türken lernen unsere Frauen erst in der Hochzeitsnacht kennen und haben nicht schon wie ihr Deutschen ein monatelanges Techtelmechtel. So wäre das auch beim EU-Beitritt. Erst unterschreiben wir den Vertrag und dann lernen wir uns langsam kennen." Und: "Wieso habt ihr Europäer eigentlich Angst, dass wir Türken kommen. Wir sind doch schon längst da."
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Sein enormer Einfallsreichtum treibt den Kabarettisten immer wieder zu solchen Gedanken- und Wortspielen.
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Ob er nun für oder gegen eine EU-Hochzeit mit dem Land am Bosporus ist, blieb offen. Er beurteilt das eher augenzwinkernd, zieht über die enorme Zahl von geforderten EU-Standarts her und stellt im Gegenschluss seine eigenen nicht ganz ernst zu nehmenden Forderungen auf. So sei erst einmal das Wort Turkey (Truthahn) abzuschaffen und jeder Hügel oder Berg, der an Atatürk, den Vater aller Türken, erinnere, sofort unter Denkmalschutz zu stellen. Es wird schnell klar: Es ist doch letztendlich alles eine Frage des gegenseitigen Verständnisses und der Toleranz. Dafür wirbt er in seinem Programm immer mit einem bübischen Lächeln. Dann könnte Europa so richtig Spaß machen.

Muhsin Omurca: "Es gibt Deutsche, die die Türken lieben. Zum Beispiel ich." Doch da findet man mit Sicherheit noch mehr. Bleibt zu hoffen, dass Muhsin Omurca in möglichst vielen Städte auf seiner Tournee das Gefühl bekommt, auf einem Beschneidungsfest zu sein.